Steilufer |
Ein Spaziergang am Ostseestrand bietet neben erholsamen Stunden bei
aufmerksamer Betrachtung auch Einblicke in die Unterwasserwelt der Ostsee
und in die Geologie dieses Landes. Ein Blick auf das Steilufer ( hier bei Dänisch- Nienhof/ Eckernf;oml;rder Bucht) offenbart einen Blick in den Untergrund Schleswig-Holsteins : Vor 20 -25 000 Jahren in der Weichseleiszeit lagerten gewaltige Gletscher von ca. 500 m Höhe den Schutt, den sie aus skandinavischen Gebirgen mitbrachten, auf dem alten Untergrund Schleswig-Holsteins ab. Die Ostsee , deren Wasserspiegel seit ihrer Entstehung bis heute ansteigt, hat diesen angeknabbert und es entstanden die Steilufer, die es uns gestatten ( wie bei einer angeschnittenen Torte) in die Schichten der geologische Vergangenheit Schleswig-Holsteins zu schauen. Das Steilufer bei Dänisch-Nienhof zeigt interessante Einzelheiten aus dem Ablauf der Eiszeit in Schleswig-Holstein : Im oberen Teil (siehe Bild " Steilufer ") sind geschichtete helle Schmelzwassersande zu sehen ,die durch Wasserfluss�unterhalb des schmelzenden Gletschers entstanden sind. Darunter sind dunkle ungeschichtete tonige Sedimentmassen zu sehen,die am Grunde eines eiszeitlichen Sees entstanden sind, der vermutlich vor dem Eisrand gelegen hat. Der in einer Kaltzeit vorürckende Gletscher hat dann diesen See "überfahren". Das Regenwasser sickert durch diese tonigen Massen und tritt am Rande der Tonschichten als Quelle aus. |
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Die Steine selber am Sockel� des Steilufers ( Kliff ) haben nun mit der geologischen
Geschichte Schleswig-Holsteins sehr wenig zu tun , die Gletscher haben sie aus
den Gebirgen Skandinaviens herausgebrochen ,
mitgeschleppt und hier abgelagert.
Beim Zurückweichen des Steilufers (z.T. einige Meter pro Jahr) fallen sie heraus und bilden das Strandgeröll.Bei vielen Steinen, die dort liegen , kann man genau den Herkunftsort in Skadinavien angeben. Viele Gesteine kommen aus dem Erdinneren ( Granite,Gneise , Gabro u.a.), die durch ihre wunderschönen Kristalle auffallen( vorher aufschlagen!). Verbreitet sind aber auch Sedimentgesteine , die sich z.B. am Grunde von Meeren bildeten. Zu dem verbreitesten Gestein geh;ouml;rt der Feuerstein (dem versteinerten Teil eine aus- gestorbenen Tintenfisches ) aus dem die Steinzeitmenschen ihre Werkzeuge herstellten. Der Feuerstein entstand vor allem aus Kieselalgen am Grunde des Kreidemeeres. Die Gletscher schleppten das Kreidegestein mit den Feuersteinen von Südschweden in die norddeutsche Tiefebene und damit auch an den Strand der Ostsee. Da die Gesteinsmassen Skandinaviens auch Fossilien enthalten,kann man bei uns am Strand auch Fossilien sammeln.Donnerkeile , Seeigel und Korallen sind die verbreitesten Funde. Viele passionierte Stranwanderer haben reichhaltige Fossiliesammlungen zu Hause. |
Steine� TD> |
Strand |
Beim Weg über den Strand begegnen sich zwei völlig verschiedene Welten unter unseren Fü&szli;en.Zum einen die von weither transportierte Gesteinswelt Skandinaviens, zum anderen Tiere und Pflanzen vom Meeresgrund der Ostsee. |
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Was wir an Meerestieren und Meerespflanzen am Strand finden,hängt ganz von der Wetterlage ab.
Hatten wir lange Zeit gutes Wetter ist leider sehr wenig am Strand zu finden. Es fehlten
die Wellen, die Lebewesen vom Grund losreißen konnten. Aber der Wind alleine ist auch nicht entscheidend. Es kommt auf die Winrichtung an. Herrscht Landwind vor ( d.h. der Wind kommt vom Land ), ist der Strand genauso leer wie bei gutem Wetter und die Wasseroberfl;auml;che ist glatt.Bei Seewind fllt sich der Strand mit Meeresorganismen. Ist der Wind nicht so stark,werden Meeresorganismen aus den flacheren Bereichen an den Strand getragen, weil die Kraft der Wellen nicht so weit in die Tiefe reicht. Auf dem Bild "Strandgut " sieht sieht man typische Organismen aus dem Flachwasserbereich: Das Seegras , die Miesmuschel, die Sandklaffmuschel und die Herzmuschel. |
Strandgut |
| Wenn der Wind stärker und die Wellen höher sind, werden auch Bereiche des tieferen Grundes aufgewhlt.Die Wellen transportieren dann Meeresorganismen aus den tieferen Bereichen des Meeres an den Strand und geben uns so einen Einblick in die tieferen Bereiche der Ostsee. Jetzt finden wir gelbe Schwämme, Rotalgen,Röhren des Köcherwurmes oder das Haus der Netzreusenschnecke. |
Schwamm |
Rotalge |